Alpenluft im Kehrichtheizkraftwerk KHK St. Gallen

St.Gallen, Oktober 2011 – Vertreter und Partner der Wirtschaft St. Gallen Ost, WSGO, der Nachfolgeorganisation des Industrie- und Gewerbevereins Neudorf, IGVN, besichtigten das Kehrichtheizkraftwerk und liessen sich von Stadtrat Fredy Brunner das Energiekonzept 2050 mit dem Geothermieheizkraftwerk erläutern.

Der WSGO habe ein „heisses“ Thema für seinen Herbstanlass ausgesucht, meinte Fredy Brunner, Stadtrat, schmunzelnd in seiner Begrüssung der Mitglieder und Partner der WSGO. Mit dem Energiekonzept 2050 habe die Stadt St. Gallen eine Strategie für die nachhaltige Wärmeversorgung entwickelt. Dabei spiele auch das Kehrichtheizkraftwerk eine wichtige Rolle im Zusammenspiel mit der Geothermie. Brunner blickte kurz zurück, als im 1986 mit der Fernwärme der Betrieb aufgenommen wurde. Heute werde ca. 80‘000 m3 Abfall verbrannt, mit dem 12% des Stroms und 7% der Wärme der Stadt St. Gallen gedeckt werden können.

 

Strategische Ziele für KHK

Für Brunner sei klar, dass das KHK als wichtige Infrastrukturaufgabe auch in Zukunft in der Hand der Stadt bleiben müsse. Damit aber das KHK auch betriebswirtschaftlich sinnvoll betrieben werden könne, mussten fünf strategische Ziele definiert werden: Erneuerung der Infrastruktur, Optimierung der Effizienz des Verbrennens, Gewährleistung der Entsorgung in der Region, Senkung der Betriebskosten und Einfügung ins Energiekonzept 2050.

 

Alpenluft im Rechenwald

Dies setze Investitionen von 20 – 25 Millionen Franken in den nächsten Jahren voraus, um auch die Weiterentwicklung und die Abstimmung auf den Bau des Geothermiewerkes zu gewährleisten. Dabei konnte man aber schon hinsichtlich Emissionswerte einige Erfolge verzeichnen. So habe die jüngste Emissionsmessung „traumhafte Werte“ ergeben – aus dem Kamin komme fast schon Alpenluft.

 

Geothermie passe in Konzept

Gemäss einer Studie, die die Stadt in Auftrag gegeben habe, passe das Geothermieheizkraftwerk, GHK, sehr gut in das Energiekonzept 2050. Die ARA könne man dabei in einer Insellösung belassen. Das GHK könne vom reinen Wärme- bis zum reinen Strombetrieb geführt werden und könne auch die Prozessabwärme des KHK verwerten und zu Strom verarbeiten. Das GHK, so Brunner in seinem Fazit, vermindere auch den Zwang zur Kehrichtverbrennung, verbessere den Aufwand für Redundanz und habe u.a. auch ein grosses Potenzial für dezentrales Kühlen.